"Niemand vor Stalin und Hitler hat in Europa das menschliche Leben so unentwegt aufs äußerste verachtet, in den Staub getreten, ja diese Vernichtung als »gottgewollt« verkündet wie die christliche Kirche."

Wie kommt ein Mensch zur Religion?

100 Gründe gegen die Kirchen

Wie kommt ein Mensch zur Religion?

Die Menschen, die als einzige von der Religion profitieren, haben zu allen Zeiten gepredigt, »der Mensch« sei von Natur aus religiös. Ohne Religion könne er nicht existieren, verkomme er wieder zu dem Tier, das er in vorreligiösen Zeiten gewesen sei. In diesen urgewaltig klingenden Sätzen verrät sich der Kern der Argumentation: die Arroganz der Religionsdeuter, die sich von den Tieren (deren Unschuld nicht zu übertreffen ist) zu unterscheiden versteht und die alle Mitmenschen der eigenen Ideologie zu unterjochen sucht, als handle es sich um eine Wahrheit.

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit.

Demütig machen müßte die Interpreten des Religiösen bereits das Wissen um ein paar Fakten der Menschheitsgeschichte (falls sie es nicht längst schon, um des Profits willen, verdrängten). Zum einen wissen wir sehr wenig von der frühen Menschheitsgeschichte, die im Vergleich zu ihren bekannten Teilen unverhältnismäßig lang gedauert hat. Aufs Ganze dieser Geschichte gesehen, ist die gegenwärtige Religion eine Winzigkeit.

Wird die Geschichte der Menschen (»wir selbst sind die Neandertaler«) auf rund 150000 Jahre angesetzt, so nehmen sich die 2000 Jahre der sogenannten »Hochreligion Christentum« bescheiden aus. Sie sind nur in Promillewerten auszudrücken. Und wie heruntergekommen ist doch die »Hochreligion« bereits nach zwanzig Jahrhunderten »gedeihlicher Wirksamkeit für das Menschengeschlecht« ! Daß selbst diese 2000 Jahre voll von Mord und Totschlag, Lug und Trug waren, sollte die Verfechter des Religiösen noch bescheidener machen. Nichts außer ihrer Arroganz und Menschenverachtung spricht für ihre Position.

  • Die beste aller Religionen das Christentum?
  • Dessen eigene Geschichte blutig dagegen zeugt?

Wo die allen Menschen zugelegte »Naturanlage«, das »Urbedürfnis nach Religion«, doch nicht zu finden war, mußte ein wenig nachgeholfen und die menschliche Natur nachgebessert, mußte die Anlage in den meisten Fällen offensichtlich erst »aktiviert« werden. Bei den Germanen etwa oder den Millionen von Indios, die das christliche Schwert traf, bis sie sich der »Hochreligion« ergaben.

Ganz so unbedarft von einer »religiösen Uranlage« des Menschen zu sprechen wie gewohnt ist reiner Hohn.

Dasselbe gilt für die Behauptung, diese »Uranlage« sei in den sogenannten Hochreligionen, im Christentum zumal, besonders in der römisch-katholischen Spielart, voll und ganz »erfüllt«. Dagegen sprechen schon die Schreie eines einzigen Indiokindes, das die Frohbotschafter an der Brust seiner Mutter erstachen. Nur sehr wenige Menschen hatten während der zwei Jahrtausende Kriminalgeschichte des Christentums die Chance, ihrer »Uranlage« froh zu werden. Die weitaus meisten sind blutig missioniert oder zwangsgetauft worden.

Die letztere Übung findet sich noch heute an allen Orten, an denen die Geographie zufällig »Christentum« statt Buddhismus oder Hinduismus anzeigt.