"Niemand vor Stalin und Hitler hat in Europa das menschliche Leben so unentwegt aufs äußerste verachtet, in den Staub getreten, ja diese Vernichtung als »gottgewollt« verkündet wie die christliche Kirche."

Kennen wir die Namen einiger Judenmörder vor Hitler?

100 Gründe gegen die Kirchen

Kennen wir die Namen einiger Judenmörder vor Hitler?

Ablenkungsmanöver und Scheingefechte auf Nebenschauplätzen sind bei christlichen Schriftstellern beliebt. Wer es schafft, die historische Schuld der eigenen Kirche unter den Teppich zu kehren, hat in den Augen seiner Kumpane eine wissenschaftliche Großtat vollbracht. Lange Zeit ist so und nicht anders verfahren worden, doch es gelingt nicht mehr. Immer mehr Menschen wollen die Wahrheit erfahren. Diese heißt aber hier:

Es gab klerikale Judenmörder zuhauf, und ihre Namen sind bekannt.

Der blutige Anti-Judaismus christlicher Elitegruppen, zu denen Bischöfe und Päpste in Massen zählten, währte zwei Jahrtausende lang. Er gehört als Signum zur Kirchengeschichte. Er ist eines ihrer Wesensmerkmale. Niemanden kann es wundern, daß er direkt in die Gaskammern des »gläubigen Katholiken« Adolf Hitler geführt hat.

  • Wie kam es dazu?

Weil im Christentum so gut wie nichts originell ist, sondern geliehen, zerschlagen und neu zusammengeleimt, hat es alles, was nicht von antiken Heiden stammt, vom Judentum bezogen: Engelheere, Erzväter, Propheten, Gottvater und -sohn. Doch weil die Juden das angeblich Christliche ihres eigenen Glaubens nicht einsehen konnten und weil sie den angeblichen Stifter der christlichen Kirche ermordet haben sollen, weil sie eben »verstockt«, »perfide« blieben, flammte der klerikale Judenhaß durch zwanzig Jahrhunderte. Auch er begann bereits bei jenem Paulus, der mit seinen Vätern noch haderte, nachdem er endlich »bekehrt« war.

Fast alle antiken Kirchenväter sind in seiner Nachfolge (nicht in der des Juden Jesus) überzeugte Antijudaisten gewesen. Sie haben den Anti-Judaismus fast zu einer eige nen Literaturgattung gemacht. Tertullian, Augustinus, Johannes Chrysostomus schreiben eigene Kampfschriften »Gegen die Juden«. Gegen das auserwählte Volk zu wüten und die eigene Auserwähltheit an ihm auszulassen wurde zum Markenzeichen des wahren Christen. Schon im 2. Jahrhundert gibt der hl. Justin - seinerzeit der bedeutendste christliche Apologet - den Juden nicht nur schuld am Unrecht, das sie selber tun, sondern »auch an dem, das alle anderen Menschen überhaupt begehen«.

Dieses Pauschalurteil trägt den Keim zur Legitimation der Endlösung in sich,

und nicht einmal Julius Streicher wird es überbieten können. »Der Teufel als des Juden Vater« steht in den Schaukästen der antisemitischen Zeitschrift Streichers, aber auch im Neuen Testament (Jo 8, 44).

Der heilige Kirchenlehrer Ephraim, als »Zither des Heiligen Geistes« gerühmt, nennt die Juden Wahnsinnige, Sklavennaturen, Teufelsdiener, Mördergesellen, ihre Führer Verbrecher, ihre Richter Ganoven, denn »sie sind 99mal so schlecht wie Nichtjuden«. Der heilige Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus, der »Goldmund«, hält Juden insgesamt für »nicht besser als Schweine und Böcke« und meint von ihrer Synagoge: »Nenne sie einer Hurenhaus, Lasterstätte, Teufelsasyl, Satansburg, Seelenverderb, jeden Unheils gähnender Abgrund oder was immer, so wird er noch immer weniger sagen, als sie verdient hat.«

Nachdem die Saat schreibend gesät worden war, mußte sie bald aufgehen und zur Ernte anstehen: Schon im 4. Jahrhundert brennen Synagogen, verbünden sich Kirchenlehrer mit den Mordbrennern von der Straße, ziehen christliche »Heilige« jüdisches Vermögen ein, raubt man den Besitz der »verworfenen Schweine und Teufelsdiener«, läßt Juden internieren und vertreiben. Der hl. Kyrill, Patriarch von Alexandrien, bereitet im 5. Jahrhundert die erste Endlösung vor: Mehr als hunderttausend Juden fallen ihr zum Opfer.

Es hat noch immer nicht gereicht:

Dutzende von Christensynoden verfügen eine scharf antijüdische Bestimmung nach der anderen, bis das 6. Konzil von Toledo 638 die Zwangstaufe aller in Spanien lebenden Juden befiehlt und das 17. Konzil von Toledo 694 sämtliche Juden zu Sklaven erklärt. Die Immobilien dieser Sklaven werden eingezogen

  • (zu wessen Gunsten wohl?),

ihre Kinder vom siebten Lebensjahr an ihnen weggenommen. Das Prinzip der Enteignung von Personen und Sachen funktioniert gut: Im Mittelalter fallen in immer mehr Ländern Juden und ihre Habe dem Königsgut zu. Noch nicht einmal ganz umsonst: Lagen auf diesem sogenannten Schutz doch hohe Abgaben und Steuern, die in die Taschen der allerchristlichsten Majestäten wanderten. Zuweilen mußten die Juden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach der Wahl eines jeden römischen Königs und der Krönung eines jeden römischen Kaisers diesen ein Drittel ihres Vermögens geben - für die »Gnade«, nicht sofort verbrannt zu werden.

Im 12. Jahrhundert schreibt Abaelard: »Wenn Juden zum nächsten Ort reisen wollen, müssen sie sich mit hohen Summen den Schutz der christlichen Kirchen erkaufen. Diese wünschen in Wahrheit ihren Tod, um ihren Nachlaß an sich zu reißen. Äcker und Weingärten können Juden nicht besitzen, weil es niemanden gibt, der ihren Besitz garantiert. Also bleibt ihnen nur das Zinsgeschäft, und dies macht sie wiederum den Christen verhaßt«.

Keine der Erscheinungsformen des Antisemitismus im 20. Jahrhundert

kommt dem neu vor, der die Kirchengeschichte kennt. 306 verbietet eine Synode (Elvira) die Ehe und den Verkehr zwischen Christen und Juden sowie die gemeinsame Einnahme von Speisen. Juden ist es nicht erlaubt, öffentliche Amter zu bekleiden (Synode von Clermont, 535), Juden dürfen keine christlichen Mitarbeiter beschäftigen (3. Synode von Orleans, 538). Die 12. Synode von Toledo (681) ordnet die Verbrennung jüdischer Bücher an. Christen wird untersagt, jüdische Ärzte zu konsultieren (Trullanische Synode, 692).

Juden dürfen an christlichen Feiertagen nicht auf die Straße (3. Synode von Orleans, 538). Christen dürfen nicht bei Juden wohnen (Synode von Narbonne, 1050). Juden müssen wie Christen den Kirchenzehnten bezahlen, obgleich sie nicht zur Kirche gehören (Synode von Gerona, 1078), Juden dürfen Christen nicht vor Gericht bringen oder gegen sie als Zeugen aussagen (3. Laterankonzil, 1179). Den Juden ist es verboten, ihre zum Christentum übergetretenen Glaubensbrüder zu enterben (3. Laterankonzil, 1179).

Juden müssen an ihrer Kleidung ein Unterscheidungs zeichen tragen (4. Laterankonzil, 1215). Juden dürfen keine Synagogen mehr bauen (Konzil von Oxford, 1222). Juden dürfen nur in Judenvierteln wohnen (Synode zu Breslau, 1267). Christen ist es untersagt, Grund und Boden an Juden zu verkaufen oder zu verpachten (Synode von Ofen, 1279). Juden dürfen nicht als Unterhändler bei Verträgen zwischen Christen fungieren (Konzil von Basel, 1434). Juden können keine akademischen Grade erwerben (Konzil von Basel, 1434). Juden müssen Geldbußen für die »Ermordung christlicher Kinder« zahlen (Regensburg, 1421).

Jüdische Forderungen gegen christliche Schuldner werden konfisziert (Nürnberg, Ende 14. Jahrhundert). Das Eigentum von Juden, die in einer deutschen Stadt ermordet wurden, gilt als öffentliches Eigentum, weil die Juden selbst Besitz der Reichskammer sind (Gesetzbuch aus dem 14. Jahrhundert).

1179 dekretiert das 3. Allgemeine Laterankonzil - bis heute als Versammlung

unter dem besonderen Einfluß des Gottesgeistes definiert -, daß »Christen, die sich erdreisten, mit Juden zu leben, dem Kirchenbann verfallen sind«. Papst Innozenz III., unter seinesgleichen als Größe verehrt, nennt sie 1205 »gottverdammte Sklaven« und schreibt an den Grafen von Toulouse, den er bei dieser Gelegenheit bannt: »Der Christenheit zur Schmach verleihst du öffentliche Ämter an Juden... Der Herr wird dich zermalmen!«

Dieser Papst, wohl der mächtigste der Geschichte, schrieb 1205 an den Bischof von Paris: »Der Jude ist wie ein Feuer im Busen, wie eine Maus im Sack, wie eine Schlange am Hals.« Und von derlei mußte der wahre Christ sich befreien. Das von Innozenz geleitete 4. Laterankonzil bestätigte, unter Berufung auf den hl. Augustin, die Behauptung von der ewigen Knechtsexistenz allen jüdischen Lebens.

Kein Wunder, daß der aufgeputschte christliche Pöbel von Pogrom zu Pogrom schreitet.

Juden werden erschlagen, wo sie aufzugreifen sind, werden an Stricken und Haaren zum christlichen Taufbecken geschleift. Die Kreuzzüge, die zu den ersten allgemeinen Judenmassakern führen, wurden zu beträchtlichen Teilen mit jüdischem Kapital finanziert, und indem man die Geldgeber erschlug, befreite man sich von der Rückzahlung von Geld und Zinsen. In Mainz ließ Erzbischof Ruthard die Juden, denen er gegen Geld seinen Schutz zugesagt hatte, liquidieren, zwischen 700 und 1200 Menschen.

Bei der Eroberung Jerusalems trieben die Christenherren die jüdische Bevölkerung in den Synagogen zusammen und verbrannten sie bei lebendigem Leib. 1389 töten die Christen an einem einzigen Tag in Prag 3000 Juden. Nach einer Predigt des hl. Johannes von Capistrano (Fest am 28. März) geschieht 1453 in Schlesien dasselbe mit allen nur greifbaren Juden. 1648 werden in Polen um die 200 000 Juden ermordet. Doch zu dieser Zeit sind die mordenden Katholiken schon nicht mehr unter sich. Denn auch der Reformator Luther hat teil am allgemeinen Schlachten:

Auch er hat die Juden mit Schweinen gleichgesetzt, auch er fand sie »schlimmer als eine Sau«, auch er forderte für die Ausübung ihres Gottesdienstes die Todesstrafe, verlangte ein Verbot aller jüdischen Schriften, Zerstörung aller Synagogen und Bethäuser, »daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien.«

Hitlers Schergen brauchten nur zuzugreifen und sich zu nehmen, was seit Jahrhunderten bereitlag.

Der Diktator war der Erbe des christlichen Gedankengutes und der klerikalen Mordpraxis. Die über Jahrhunderte hinweg schlagkräftigste Armee der Päpste, der Jesuitenorden, forderte von seinen Kandidaten »Judenreinheit« bis in die fünfte Generation. Papst Paul IV. ließ alle erreichbaren Exemplare des Talmud öffentlich verbrennen, zwang die Juden seiner Territorien zum Tragen gelber Hüte, verbot ihnen Grund und Boden, untersagte ihnen christliche Angestellte, schloß sie von akademischen Berufen aus - Verfügungen, die fast ausnahmslos im Kirchenstaat bis ins 19. Jahrhundert hinein gelten. Derselbe Kirchenstaat stellt zu dieser Zeit, auch bis ins kleinste Detail, das frühere Getto wieder her.

Als Hitler 1933 den Vertreter des deutschen katholischen Episkopats empfängt, erklärt er dem Bischof, er tue gegenwärtig nichts anderes, als was die katholische Kirche 1500 Jahre lang getan habe. Der Bischof widerspricht nicht. Auch dann nicht, als Hitler meint, vielleicht erweise er in der Judenfrage dem Christentum den größten Dienst. Nachher wollte es keiner gewesen sein. Der Historiker Friedrich Heer: »Adolf Hitler konnte zu einer Weltmacht, zu einer Mordsmacht aufsteigen, da das Gewissen von mehreren hundert Millionen Christen zu seinen Taten schwieg oder diesen gar zustimmte.

Dieses Gewissen war ein Privatgewissen, nur beschäftigt mit Angelegenheiten der privaten Intimzone: der andere da draußen vor der Tür, der Jude, der Pole, der Zigeuner, der Italiener, der wurde ausgeklammert. Auschwitz und . . . auch Hiroshima und seine Todesengel beruhen auf eineinhalbtausendjährigen erlauchten theologischen Traditionen der Kirche.«

Im Reich Hitlers sind die meisten Katholiken gleichgeschaltet und schweigsam.

Ein nach Holland geflüchteter Jesuit nennt im April 1936 die katholische Presse Deutschlands ein »unappetitliches Instrument der Lüge«. Doch das fällt nicht auf, denn schon 1934 hatte der führende Dogmatiker Michael Schmaus (seit 1951 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften) geschrieben: »Katholizismus und Nationalsozialismus können und sollen Hand in Hand marschieren.« Sein Kollege Karl Adam (nach dem heute ein Studentenhaus der katholischen Kirche in Stuttgart benannt ist) sekundierte: »Nationalsozialismus und Katholizis mus gehen zusammen wie Natur und Gnade.«

  • Ob sich seither viel geändert hat?

Noch 1956 darf der katholische Theologe Albert Sleumer mit amtskirchlichem Segen über die Filmwirtschaft mitteilen: »Wann wird das deutsche Volk sich aufraffen, um den ausländischen (galizisch-polnisch-russischen) Schmutzfinken und ihren inländischen Ebenbildern es zum Bewußtsein zu bringen, daß deutsch sein so viel wie anständig sein bedeuten soll ?!. . . Jeder Einsichtige wird darum doch die Hersteller solcher Schmutzfilme — und das weiß selbst der deutsche Michel, daß 95 Prozent der Filmfabrikanten JUDEN sind! - als gemeine Verführer betrachten, denen nur der eigene Geldbeutel heilig ist.«

Aus Anlaß des Papstbesuches in der Tschechoslowakei im Frühjahr 1990 haben enthusiastische Slowaken die Heiligsprechung des politischen Prälaten Jozef Tiso gefordert, der von 1939 bis 1945 Präsident des Nazi-Vasallenstaates Slowakei gewesen ist und 70 000 Juden an die Nazis hat ausliefern lassen. Tiso, ein katholischer Priester an der Spitze eines faschistischen Regimes, wörtlich:

  • »Ist es christlich, wenn die Slowaken sich von ihren ewigen Feinden, den Juden, befreien wollen?

Die Liebe zu unserem Nächsten ist Gottes Gebot. Seine Liebe macht es mir zur Pflicht, alles zu beseitigen,

was meinem Nächsten Böses antun will.« Tiso, jetzt offenbar ein »Märtyrer« und ein »Verteidiger der christlichen Zivilisation«, wurde wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und 1947 hingerichtet.

Die Evangelische Kirche Deutschlands, die bereits 1933 einen judenfeindlichen Arierparagraphen geschaffen hatte, veröffentlichte 1941 eine Bekanntmachung über die kirchliche Stellung evangelischer Juden, in der sie nicht nur die Schuld am Zweitem Weltkrieg ausschließlich den Weltjuden zuschrieb, sondern auch alle Bürger jüdischen Glaubens als »geborene Welt- und Reichsfeinde« schimpfte. Den evangelischen Oberhirten war es unter diesen Umständen ein leichtes, sich auf Luther zu berufen und dessen Forderung zu wiederholen, daß »schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen« seien.

Dieselben Oberhirten waren in diesem Schanddokument auch fest entschlossen, »rassejüdischen Christen« in der Kirche »keinen Raum und kein Recht« zu geben und »keinerlei Einflüsse jüdischen Geistes auf das deutsche religiöse und kirchliche Leben zu dulden«.

  • Sollte von den zigtausend Traktätchen, Predigten, Entschließungen, Synodalbeschlüssen, Papst- und Bischofsbriefen, die sich von den jüdischen »Schweinen« abgrenzten und zu deren Vernichtung aufriefen, etwa kein direkter Weg zu Hitlers Endlösung führen?
  • Ist Auschwitz etwa kein christlicher Ortsname?
  • Mußten irgendwelche dahergelaufene Faschisten und Gottesfeinde irgend etwas erfinden, was bekannte Christen und Gottesfreunde nicht seit Jahrhunderten gekannt und praktiziert hatten?

Wir kennen in der Tat viele Namen von Schreibtisch-Juden-Mördern (und viele Heilige der Kirche sind unter ihnen):

Justin, Ephraem, Johannes Chrysostomus, Ambrosius, Isidor, Innozenz III., Paul IV., Johannes von Capistrano - keinesfalls die einzigen, die aufzufinden und öffentlich zu benennen sind. Sie alle haben sich auf den Satz des Matthäusevangeliums (Mt 27, 25) stützen dürfen, der die Juden, »das ganze Volk«, bei der Passion Jesu rufen läßt:

»Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!« Ein schrecklich erlogener Vers, eine entsetzlich folgenschwere Erfindung. Es ist schlimmer Haß auf die Juden, der diesen Satz eingegeben hat.

Es ist einer jener Sätze, die schuldig sind am Mord an Millionen Menschen. Auch ein Evangelist kann zum Judenmörder werden.